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St. Margarete
867 gab König Lothar II. seinem getreuen Otbert Höfe, Ackerland und Forst von seinem Besitz im Landgut Gauwe. Ob zu dem Landgut eine Kapelle gehörte, ist nicht nachzuweisen. Urkundlich wird sie zuerst erwähnt in den Visitationsberichten des 16. Jhs. Damals gehörte die Kapelle zur Pfarre Tondorf. Pfarre wurde Frohngau mit Buir 1804 im Bistum Aachen. Erster Pfarrer war der ehemalige Münstereifeler Stiftsvikar Krysanth Joseph Kolvenbach. Die Pfarre gehörte bis 1827 zum Kanton Gemünd. In diesem Jahr wurde die wiedererrichtete Erzdiözese Köln neu organisiert und Frohngau dem neuen Dekanat Steinfeld zugeteilt.
Pfarrbezirk:
Frohngau 334 Kath.; Buir, 2,5 km, 216 Kath.; Birkenheck, 2,5 km; Haus Walderath, 3 km, 7 Kath,; Jagdhaus Mürel, 3 km, 2 Kath. Pfarrer: Paul Linnartz (1922-1932), Heinrich Lösgen (1932-1942)), Josef Fritzinger (1942-1975), Werner Schnabel (seit 1975)
Kirchenbücher: Taufen von 1819 an, Heiraten und Begräbnisse von 1820 an.
Bauten:
Pfarrkirche zur hl. Märtyrerin Margarete
Die im 16. Jh. genannte Kapelle erhielt im 18. Jh. ein neues Schiff und war nun eine Saalkirche mit dreiseitigem Ostabschluss, dem man später noch eine Sakristei vorbaute. Anfang des 20. Jhs. reichte die Kirche nicht mehr aus, und man bemühte sich um einen Neubau. Nach dem ersten Weltkrieg schafften die Bewohner Marmorblöcke, die 1913 für 300 Mark gekauft worden waren, aus dem Marmorbruch bei Roderath heran zum Bau der neuen Kirche, die 1923 nach Plänen von Theodor Schlebusch, Bonn gebaut wurde, Er setzte die Kirche an den alten Turm an. Die Weihe war am 6. Juli 1924. Am 2. Oktober 1944 wurde das Gebäude durch Bomben beschädigt. 1947 waren die Schäden behoben. 1972 musste der Turm restauriert werden; die Kirche wurde nach Plan von Werner Geyer 1975 instand gesetzt.
Saalbau in vier Fensterachsen mit flachem Tonnengewölbe bei sichtbaren Binderbalken; der schmälere Chor ist dreiseitig geschlossen; der gedrungene, abgeböschte Turm ist ungegliedert und hat stark eingezogenen achtseitigen Helm. Die Kirche hat 100 Sitz- und 50 Stehplätze.
Glocken: cis" e" fis" aus 1431, Gießer Tis von Moisbach. - Orgel: 12 Register, pneumatische Traktur, aus 1928, Orgelbau Klais, Bonn. - Tabernakelaltar, Holz, Br. 219 cm, T. 129 cm, H. 324 cm, mit Drehtabernakel in Rokokoform, aus 18. Jh. - Marienaltar, Holz, 145 x 70 x 320 cm. - Hubertusaltar, Holz, 130 x 32 x 316 cm. - Kanzel, Holz, sechseckig, H. 117 cm, aus ca. 1650 (stammt aus der abgebrochenen Pfarrkirche Münstereifel). - Taufstein, Marmor, H. 86 cm, aus 16. Jh. - Beichtstuhl, Holz, 180 x 75 x 221 cm. - Kreuz mit Kruzifixus, Holz, 267 x 110 cm. - Figuren: Pietà, Holz, H. 60 cm, aus 18. Jh.; hl. Margarete, Holz, H. 107 cm, aus 18. Jh.; hl. Barbara, Holz, H. 107 cm; hl. Johannes Nepomuk, Holz, H. 110 cm, aus 18. Jh. - Gestühl aus etwa 1800, Rokoko. - Kelch, Zinn, H. 18,5 cm. - Ziborium, Messing vergoldet, H. 35,5 cm, aus ca. 1850. - Monstranz, Silber getrieben, aus 1700, (früher Kloster Steinfeld). - Monstranz, Silber, Fuß Messing vergoldet, H. 56 cm, aus 1745. - Grünes Messgewand aus ca. 1800.
Bartholomäuskapelle in Buir
Im Visitationsbericht des Herzogtums Jülich von 1536 wird die Kapelle in der Pfarre Tondorf zum ersten Mal urkundlich genannt. Diese Kapelle wurde 1867 durch einen Neubau ersetzt. Die alte Kapelle wurde abgerissen, der Chor blieb als Leichenhalle erhalten. Die neue Kapelle wurde am 28. August 1870 benediziert. Die Schäden aus dem letzten Krieg waren 1947 behoben. 1984 mussten die Fenster instand gesetzt werden. Einschiffiger Backsteinbau, kreuzrippengewölbt, drei Joche, dreiseitig geschlossener, schmaler Chor, Dachreiter hinter dem Westgiebel. 75 Sitz- und 50 Stehplätze.
Glocken: e" g" aus 1969, Johannes Mark, Brockscheid. - Orgel: 7 Register, mechanische Traktur, 1719 von Opladen St. Remigius nach Frohngau gekommen, von dort 1924 nach Buir, 1954 restauriert, Ernst Weyland, Opladen. - Hochaltar, Holz, aus Bauzeit, mit Figuren der hl. Märtyrer Abundus und Irenäus, H. 60 cm (Fest am 3. Tag nach Bartholomäus, dem 27. August, Wassersegnung gegen Augenkrankheiten). - Madonna mit Kind, Gips, H. 110 cm. - Hl. Bartholomäus, Gips, 110 cm.
Hagelkreuz, Sandstein, aus 1903, errichtet an Stelle eines Holzkreuzes. Seit etwa 250 Jahren zieht eine Prozession aus Buir und Frohngau und Einzelpilger aus Tondorf alljährlich zu Brotspende und Brotsegen am Hagelkreuz. Pfarrhaus aus dem 18. Jh., 1890 und 1958 renoviert. Pfarrheim; das zu Anfang der "preußischen" Zeit im vorigen Jh. als Schule gebaute Haus gelangte später in Privatbesitz und wurde 1961 erworben, anschließend restauriert und umgebaut. Eingeschossig.
Anschrift: Kath. Kirchengemeinde, St. Margareta, Frohngau, Kirchstr. 24, 53947 Nettersheim, Tel.: 02486/ 219, Kostenstelle: 0815650 Pfarre mit 538 Katholiken HWS, 15 NWS und 10 Nichtkatholiken. Vereine: St.-Matthias-Bruderschaft aus 1955. Wallfahrten nach Engelgau, Trier, Michelsberg.
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