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St Nikolaus

Kall gehörte zur Pfarrei Steinfeld. 1238 bestimmt der Abt Makarius (1211-1246) in einem Zehntstreit mit Werner von Weisweiler, dass in der Kapelle in Kall sonntags und an einem Wochentag die hl. Messe gefeiert werden soll; 1310 wird festgelegt, dass acht Tage vor Weihnachten und vierzehn Tage vor Palmsonntag nach der hl. Messe Gelegenheit zum Empfang des Bußsakramentes in der Kapelle gegeben wird, und von 1315 an war dann sonntags, freitags und samstags hl. Messe; dazu konnten Exequien und Brautmessen gehalten werden. Von 1710 an hatte die Kapelle einen Vikar. Als eine Stiftung der Eheleute Matthias Sistig und Maria Becker 1732 einen Pfarrhausbau ermöglichte, wohnte seit 1746 ständig ein Prämonstratenser in Kall. Pfarre war Kall 1802 im Kanton Schleiden des Bistums Lüttich, 1818 kam dieser an das Bistum Aachen. Im wiedererrichteten Erzbistum Köln wurde am 24. Februar 1827 Kall dem neuen Dekanat Steinfeld zugeteilt. 1953 kam die Kapellengemeinde Heistert von der Pfarre Dottel an die Pfarre Kall.
Pfarrbezirk: Kall; Anstois, 2,5 km; Goldbach, 3,5 km; Heistert, 1,5 km; Mastertmühle, 2,2 km; Neue Siedlung, 3 km; Straßbüsch, 4 km;, Wallenthaler Höhe, 3,5 km.

Pfarrer:


Peter Schmitz (1922-1940), Johannes Baltes  (1940-1959), Theodor Tholen (1959-1969), Wilhelm Bienbeck (1969-1970), Albert Hoß (1970-1987), Hans-Joachim Hellwig (seit 1987).
Kirchenbücher von 1737 an (Register der Taufen von 1710-1934).  

Bauten:

Pfarrkirche zum hl. Bischof Nikolaus

Die 1238 erstmals urkundlich erwähnte Kapelle hat sich bis in das vorige Jahrhundert unverändert erhalten. 1880 begann man mit Sammlungen zum Bau einer neuen Kirche, weil die alte die Besucher nicht mehr fassen konnte. 1890 beauftragte man den Architekten Theodor Kremer, Köln, einen Plan für den Neubau zu fertigen. Am 19. Juli 1891 wurde der Grundstein gelegt, nachdem die alte Kirche abgetragen war. Nur das Chörchen und den ersten Gewölbebogen hatte man stehen lassen. Die Kirche wurde 1892 benediziert. Der Turm wurde 1903 fertiggestellt. 1934/35 baute man nach Plan von Willy Weyres, Köln, eine neue Sakristei. Diese Kirche wurde im Dezember 1944, Januar und Februar 1945 bis auf den Turm zerstört. Bis 1951 wurde nach Plänen von Peter Salm, Aachen, eine neue Kirche gebaut. Der Turm wurde, verändert, in den Neubau einbezogen. Am 21. Oktober 1951 wurde die Kirche geweiht. 1974 wurde sie renoviert, 1979 der Chorraum umgestaltet, und die Portale wurden erneuert.
Verputzte Backsteinhalle mit südlichem Seitenschiff, das Hauptschiff hat Balkendecke, das Seitenschiff hat vier gewölbte Joche; die erhöhte Apsis hat ein umlaufendes Fensterband, an der Chor-Nordseite die Taufkapelle, an der Südseite die Sakristei; im Winkel zwischen Seitenschiff und Hauptschiff der viergeschossige Turm, im Turmuntergeschoss sind Teile des Chorraums aus staufischer Zeit eingebaut. 320 Sitz- und 300 Stehplätze.

Glocken: f aus 1514, Gregor von Trier; as, Gussjahr und Gießer ubk. und drei aus 1963, Fa. Mark, Brockscheid. - Orgel: 31 Register, elektrische Traktur, aus 1940, 1951 renoviert, Fa. Weimbs, Hellenthal. - Kreuz, Holz, mit Kruzifixus aus Anfang 17. Jh. - Madonna mit Kind, Holz, aus 14. Jh. (bis 1974 im Heiligenhäuschen Büchel). - Hubertusstatue, Holz, aus 1974, Südtirol. - Gemälde "Unsere Liebe Frau", aus ca. 1909. - Glasgemälde aus 1954, Maria Katzgrau, Aachen. - Wandmalerei im Chor aus 1986, Anna Zwolinska und Adam Suchecki.

Filialkapelle Maria-Hilf in Golbach

Das Kloster Reims hatte in merowingischer Zeit wahrscheinlich in Goldbach Besitz. - 1903 erhielten die Bewohner nach langen Bemühungen , unterstützt vom Ortspfarrer in Kall, die Genehmigung zum Bau eines eigenen Gotteshauses. Der Architekt Eduard Endler, Köln, entwarf die Pläne. Am 29. Mai 1904 wurde die Kapelle benediziert. Mit Datum vom 30. Dezember 1918 verlieh Kardinal Felix von Hartmann, Köln, der Filialgemeinde eigene Vermögensverwaltung. 1962 wurde die Kapelle um ein Joch verlängert nach Plan von Willi Schick, Kall.
Bruchsteinhalle von vier Jochen im Langschiff, einem Chorjoch und dreiseitig geschlossenem Chor; nördlich am Chor die Sakristei; das fünfte Langhausjoch ist Eingangshalle mit Empore. Über dem Satteldach im Westen Dachreiter, Chor hat niedriges Sattel- und Faltdach. 70 Sitz- und 50 Stehplätze.
Glocke fis aus 1914, Gießer ubk. - Orgel: 29 Register, elektronisch, Sonata 529/ 1, Ahlhorn.

Filialkapelle St. Hubertus in Heistert

Sie ist in ihrem ältesten Teil, dem Chor, aus Anfang des 16. Jhs. 1550 zelebrierte der zuständige Pfarrer von Dottel einmal in der Woche in der Kapelle die hl. Messe; seit dem 18. Jh. war stets ein Primissar angestellt. 1744/45 wurde an den Chor ein neues Langschiff gebaut, 1781 war die neue Sakristei fertig. Bei der Neueinteilung 1804 im ersten Bistum Aachen wurde das Gotteshaus als zur Pfarre Dottel gehörende Kapelle bestätigt. 1870/71 erfolgte ein Umbau, wobei man den Turm versetzte. 1953 wurde die Kapellengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung aus der Pfarre Dottel-Scheven in die Pfarre Kall umgepfarrt. Umfassende Restaurierungen wurden 1957 und 1958 durchgeführt.

Verputzter Bruchsteinbau, das Langschiff hat flache Decke, das Chorjoch und der fünfseitig geschlossene Chor haben Kreuzgewölbe; die Ostseite des Chors ist geöffnet zur Sakristei, deren Ostmauer im Halbkreis abschließt. Über dem Westgiebel ein Dachreiter mit etwas eingezogenem achtseitigem Helm. - 50 Sitz- und 80 Stehplätze.

Glocke aus 1654, Gießer ubk.; Glocke aus 1772, Gießer Bartholomäus Gunder, Köln. - Orgel. - Figuren: Madonna mit Kind, Holz, H. 72 cm, aus 15. Jh., niederrheinisch; Madonna mit Kind auf der Weltkugel, Holz, H. 62 cm, ubk.; hl. Hubert, Holz, H. ca. 90 cm, aus 17. Jh. (?), ubk.;  - Sakristeischrank, Rokoko (früher Kloster Steinfeld).

Heiligenhäuschen, Auf dem Büchel, errichtet 1734, verputzter Bruchstein. Madonna mit Kind, Kopie der Statue aus 14. Jh. i. d. Pfarrkirche.
Heiligenhäuschen Aachener/Kölner/Gemündener Straße, errichtet 1990 als Ersatz für einen Bildstock, der dem Hausbau weichen musste; Madonna aus dem früheren Bildstock.

Kreuz am Pfarrhaus; Holzkreuz mit Kruzifixus, H. ca. 250 cm, aus 18. Jh.
Kreuz in Heistert, Kreuz mit Kruzifixus, auf dem hohen Sockel das Harffsche Wappen, H. des Kruzifixus 60 cm; aus 1704.
Kreuz an der Keldenicher Straße; Steinkreuz, Höhe 280 cm, errichtet 1805 zu Ehren der Heiligen Drei Könige.
Kreuz in Anstois, Zum Fahrenbach, Holz, Höhe ca. 200 cm, Alter ubk.
Kreuz in Anstois, Ginsterweg; aus 1858; Holzkreuz auf Steinsockel, H. ca. 300 cm.
Kreuz Anstois, Mühlenweg; Holzkreuz, ubk., H. ca. 200 cm.
Kreuz, Eisenauerstraße, sehr altes Holzkreuz mit geschnitztem Balken, H. ca. 250 cm.
Ostlandkreuz, Auf dem Knoppen; Höhe ca. 500 cm, Holzkreuz nach 1945 errichtet als Gedächtnisstätte der Vertriebenen und Flüchtlinge.
Pfarrhaus aus 1960.
Kaplanei, ehem. Pfarrhaus; das 1953 errichtete Gebäude ist Ersatz für das im Krieg 1944 und 1945 zerstörte Haus aus 1746, das an die Stelle des 1735 abgebrannten Hauses aus 1732 trat.
Pfarrheim aus 1978, behelfsmäßig an Kindergarten angebaut, Neubau in Planung.
Kindergarten, Auf dem Leyengarten; eingeschossiger Bau aus 1969/1970, Arch. W. Schick.

Anschrift:
Kath. Kirchengemeinde, St. Nikolaus, Aachener Str. 17, 53925 Kall,
Tel.: 02441/4236, Kostenstelle: 0815550
Pfarre mit 3523 Katholiken HWS, 207 NWS, Zahl der Nichtkatholiken unbekannt.
Vereine: Legio Mariä; Matthias-Bruderschaft; DPSG; Kolpinggruppe.
Wallfahrten nach Steinfeld, Kallmuth und Trier.
In der Pfarre
Priv. Kinderheim Waltrud, Aachener Straße 8.
Priv. Jugendwohnheim Erft.
Priv. Jugendwohnwerkstatt, Trierer Straße 17.