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St. Laurentius

1187 wurde dem Kloster Steinfeld durch den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg der langjährige Besitz von Hof und Land im schon zur Römerzeit besiedelten Marmagen bestätigt. Über ein Gotteshaus ist in dieser Urkunde nichts gesagt. Im 14. Jh. ist Marmagen Pfarre im Eifeldekanat. 1433 bekundete der Marmagener Pfarrer Tilmann von Euskirchen, dass der Junker von Mirbach das Patronat der Kirche hatte. 1662 gingen alle Rechte an die Abtei Steinfeld über. Nach dem Frieden von Lunéville 1801 brach auch für die kirchliche Organisation eine neue Zeit an. Von 1802-25 gehörte Marmagen zum Kanton Blankenheim des Bistums Trier. Bei der Gründung des Dekanates Steinfeld im wiedererrichteten Erzbistum Köln am 24. Februar 1827 wurde die Pfarre diesem zugeteilt.

Pfarrbezirk:

Marmagen 1325 Kath.; Bahrhaus, 2,8 km, 26 Kath.; Milzenhäuschen, 3,5 km, 3 Kath.; Stritterhof, 4 km; Wilhelmshöhe, 1 km, 5 Kath.; Jagdhaus am Sträßchen, 2 km, 2 Kath. Pfarrer: Heinrich Beckschäfer (1927-1953), Matthias Winzen (1953-1954), Erich Froitzheim (1954-1980), Wolfgang (Lambert) Frisch (seit 1980). Kirchenbücher: Taufen und Heiraten von 1636 an, Begräbnisse von 1637 an.

Bauten:

Pfarrkirche zum hl.Märtyrer Laurentius.

Es soll im 10. Jh. von einem Marmagener Ritter aus Dankbarkeit für die gesunde Heimkehr aus der Schlacht auf dem Lechfeld eine Kirche gebaut worden sein; über sie und auch über eine Kirche aus dem 14. Jh. ist nichts bekannt. Anfang des 16. Jhs. baute man eine einschiffige Kirche mit Chorjoch und fünfseitigem Chor, nördlich an das Chorjoch eine zweijochige Sakristei und Westturm. Chor und Sakristei sind heute noch erhalten, letztere als Taufkapelle. 1896 brach man das Schiff ab und setzte an seine Stelle eine dreischiffige Anlage nach Plänen von Eduard Endler, Köln. 1923 brach man auch den Westturm ab und verlängerte die Kirche im Westen um zwei Joche und errichtete einen mit der Westwand hochgehenden, eingebauten Turm. Am 6. März 1945 richteten Bomben und Granaten Schaden an. Bei den Instandsetzungsarbeiten 1955/56 erhielt die Kirche eine neue Sakristei; die Pläne waren von Georg Maria Lünenborg, Köln. Aufbau des Hochaltars und Nebenaltäre wurden abgebaut, Deckengemälde weiß überstrichen.
Dreischiffige Bruchsteinhalle, Chor, Taufkapelle und der ältere Teil haben Kreuzrippengewölbe, der jüngere Kreuzgratgewölbe; die Seitenschiffe haben geraden Abschluss. An der Nordwand des Chores Sakramentsnische aus 16. Jh. 190 Sitz- und 200 Stehplätze.

Glocken: gis' aus 1505 und fis aus 1510, Gregor von Trier; dis' aus 1984, Comelia Mark, Brockscheid. - Orgel: 17 Register, elektrische Traktur, aus 1958/59, Johannes Klais, Bonn; Prospekt, K. Balke. - Altartisch, spätgotisch. - Altartisch, Holz, G. M. Lünenborg. - Altarkreuz, Zinn, H. 65 cm, Tabernakeltür, Ewig-Licht-Ampel, Kandelaber (5armig), Kerzenleuchter, sämtlich aus 1958, Klaus Balke, Köln. - Taufstein, Marmor, mit Bronzedeckel, H. 120 cm, um 1970, Jochem Pechau, Köln. - Osterleuchter, Schmiedeeisen, H. 200 cm, um 1970, Paul Nagels, Köln. -Triumphkreuz mit Kruzifixus, Holz, H. ca. 100 cm, aus 16. Jh. (?). - 2 Relieftafeln, Auferstehung u. Geistsendung, vom ehem. Hauptaltar, Holz, je 100 x 80 cm. - Glasgemälde aus 1979/80, Hans Lünenborg, Köln. - Steinplastiken im nördlichen Rundfenster der Westwand aus 1980, Titus Reinarz, Sinzig. – Holzgeschnitztes Portal aus 1956, Theo Heiermann, Köln Kelch, Silber vergoldet, H. 22 cm. - Kelch, vergoldet, aus 1981. - Ziborium, Silber vergoldet. Vortragekreuz, Holz, H. 68 cm, aus 19. Jh.
Hermann-Josef-Kapelle aus 1967/68, dient als Leichenhalle.

Wegkreuze:
Auf der Kraus, Holzkreuz, H. 350 cm.
An der Straße nach Milzenhäuschen, Steinkreuz, H.120 cm.
An der Straße nach Bahrhaus, Holz, H. 120 cm.
Vor der Eifelhöhen-Klinik, Holz, H. 150 cm.
Pfarrhaus aus 1840; damit baulich verbunden Pfarrheim und Turnhalle aus 1960, im gleichen Komplex Schule aus 1840, 1986 von der Kirchengemeinde gekauft und renoviert zur Benutzung als Pfarrsaal.
Kindergarten aus 1993, Architekt Josef Röhrlich.
Anschrift: Kath. Kirchengemeinde, St. Laurentius, Marmagen, Kölnerstr. 41, 53947 Nettersheim, Tel: 02486/7012, Kostenstelle: 0815630
Pfarre mit 1262 Katholiken HWS, 69 NWS, Zahl der Nichtkatholiken unbekannt.
Vereine: Kirchenchor aus 1889; St.-Laurentius-Schützengilde aus 1904.
Wallfahrten nach Echternach, Heimbach, Kevelaer, Martental, Steinfeld.
In der Pfarre
Eifel-Höhenklinik, Rehabilitationszentrum, 450 Betten; Träger: Eifelhöhenklinik AG.

Schrifttum
H. Renn, Die Gemeinde des Amtes Schmidtheim (867-1967), in: Heimatkalender des Landkreises Schleiden. 1967, S. 23-41; F. Bretz, 2000 Jahre Marmagen, Marmagen 1989; E. Froitzheim, Marmagen, Schnell, Kunstführer Nr. 1478.