Impuls zum 14. Sonntag im Jahreskreis (C)

Bip 14 So (c) pixabay
Bip 14 So
Datum:
Di. 28. Juni 2022
Von:
ejo

Deiner Huld, o Gott, gedenken wir in deinem heiligen Tempel. Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde; deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit. Ps 48,10-11

Hinausgesandt

und

Hineingesandt

Hinausgesandt zu den Menschen aus meiner Sicherheit

Hineingesandt zu den Menschen in ihr Leben

zu mir in mein Sein vor Gott

und dann gehen

zu zweit

damit Hinaus- und Hineingesandt eine Gestalt bekommt

im Wechsel von Hören und Reden

von Meditation und Gebet

von Gottes Botschaft

in dir

und

Gottes Botschaft

in mir

Gebet

Lebendiger Gott, von dir gesendet wissen wir uns nicht nur hinausgesandt, sondern auch hineingesandt in uns selbst. Lass uns zuerst auf dich und auf deine Stimme in uns hören, damit wir dann hinausgehen können zu den anderen und zu deiner Stimme in ihnen.

Segen

Gott sende dich und segne dich

zu dir hinein,

damit du spürst, was in dir los ist

und du Ihn in dir wahrnimmst.

Gott sende dich und segne dich

hinaus,

damit du das Leben und die Menschen

wahrnimmst

und ihnen Gottes Heil weiterschenkst.

Gott, sende dich und segne dich,

dass sein Hinein- und Hinaussenden

Zeugnis seines Reiches in dir sei

und es anbreche,

heute und morgen und in seiner Zukunft.

(Predigt)-Impuls

„Pastoralis 2050“, dieses Spiel, selbsterdacht und mit immer neuen „Ereigniskarten“ versehen, schenkten wir uns in Seelsorger*innenkreisen eine ganze Zeit lang gegenseitig, liebevoll gebastelt und verziert. Inhalt waren karikierend erdachte Ereignisse in einer sich immer stärker wandelnden Kirche. Pastoralis  2050 möchte ich jetzt nicht mit Ihnen spielen, aber vielleicht das Evangelium in die heutige Zeit mit Träumen und Visionen übersetzen.

Zweiundsiebzig Menschen sandte Jesus aus. Ja, zweiundsiebzig, dass wusste Jesus, waren die bekannten Engel seiner Religion, des Judentums. Also zweiundsiebzig Boten Gottes sandte er aus. Und er wusste, dass diese auch zu seiner Zeit immer weniger wurden, weil das Hören auf das Wort Gottes mühsam ist. Aber nun ja, 72 ist doch schon mal was und deckte die im Mittelalter bekannten Völker ab. Und er wusste, dass es kein leichtes Unterfangen werden würde, damals nicht und heute nicht. Nicht, weil die Welt böse ist, sondern weil es einfach ganz viel Sensibilität und Hinhören verlangt und die marktschreierischen Slogans lauter sind. Ja, und das können sie nicht als Einzelkämpfer bewältigen. Es braucht immer das Miteinander, den Austausch, das Gespräch und die Vergewisserung, daher zwei. Verlass deinen Reichtum, all das, was dir vermeintliche Sicherheiten gibt, auf das du dich ausruhen kannst, womit du meinst, andere kaufen zu können. Verlass dich allein auf Gott, das ist die Forderung Jesu, nicht weil er ein Feind der Freude ist, aber weil er darum weiß, wie sehr falsche Sicherheiten das Gehör beeinträchtigen und das Handeln lähmen können. Denn wir haben doch alles im Griff, oder? Niemanden unterwegs grüßen, unfreundliche Menschen sollen wir werden? Unerhört! Ja, weil ich mich vielleicht zu sehr von einem Schwätzchen hier, von einem Tratsch dort ablenken lasse, meine Eindrücke verstellt werden und ich nicht mehr in dem bin, was mein Auftrag ist. Und das ist wichtig, denn nur der Friede, der in mir ist, den kann ich auch den anderen wünschen und weitergeben. Dann esst und trinkt miteinander, keine Völlerei, kein Besäufnis, sondern die Feier, dass Gott mitten im Leben ist. Hört den Sorgen der Menschen zu! Schaut wo der Schuh drückt und die Lasten unerträglich werden. Das braucht Zeit. Da kann ich nicht von einem Projekt zum nächsten springen. Das braucht Vertrauen und keine Durchzugspastoral. Und es braucht die Stabilität in mir. Denn wenn ich ständig damit beschäftigt bin, mich innerlich und äußerlich neu einzurichten, dann verpasse ich den Augenblick. Wer von uns kennt nicht den Stress des Umzugs! In dieser Stabilität, in dieser inneren Sicherheit und aus diesem Reichtum heraus, kann ich in Gottes Namen die vielfältigen Krankheiten heilen, darf und kann Gottes Heil verkünden. Dann ist Gottes Reich nahe. Nicht mehr und nicht weniger. Kein ausgeklüngeltes gut gemeintes Pastoralkonzept, sondern das Leben der Tatsache, dass Gott mitten unter uns ist.