Impuls zum 18. Sonntag im Jahreskreis (C)

old-3231917_1920 (c) pixabay
old-3231917_1920
Datum:
Do. 28. Juli 2022
Von:
Michael Pützer

"Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich." Halleluja!

Raffke

meins, meins, meins

auch mein Leben

Leben geht nur im Geben

deins, deins, deins

Gott, der schenkt

Gott, der lenkt

der immer an dich denkt

 

Gebet

Liebender Gott, Leben geht nur im Geben. Erinnere du uns daran, wenn wir angesichts von Wirtschaftskrisen und Gefährdung des Wohlstands ängstlich um unser Hab und Gut kreisen. Schenke du uns den Blick für das Leben, das du allein schenkst.

 

Segen

Mögest in deinem Herzen du

so manchen reichen Lebenstag

in Dankbarkeit bewahren.

Mit den Jahren wachse jede Gabe,

die Gott dir einst verliehen -

um alle, die du liebst,

mit Freude zu erfüllen.

In jeder Stunde,

Freud und Leid,

lächelt der Menschgewordene

dir zu -

bleib du in seiner Nähe

 (irischer Segen - Aus Irland )

 

(Predigt-)Impuls

„Alles meins, meins, meins“, dieser Reklameslogan könnte über dem heutigen Evangelium stehen. Und ich dachte an Raffkes und Co. Raffke, dieser Begriff aus dem Berlinerischen steht für „Neureiche“ und auch für Kriegs- und Krisengewinnler. Neulich las ich dann auch, wer so alles am Ukraine-Krieg gewinnt. Es ist erschütternd. Eigentlich könnte ich jetzt auch ein Lamento über diese böse Welt anstimmen, spüre aber, dass es mich nicht weiterbringt und auch mich von meinem eigentlichen Thema ablenkt. Angesichts der Inflationsrate und der Nachrichten im Fernsehen merke ich doch auch, dass mich Sorge befällt, dass ich mir vielleicht öfters wie früher den Kontoauszug noch einmal genauer anschaue. Bei aller Vorsicht und vielleicht auch berechtigten Sorge wird mir aber auch klar, dass ich so am Leben vorbeilebe. Wenn ich nur darauf schaue, anfange zu raffen, für mich zu behalten, dann lebe ich an meinem Leben vorbei, lasse mich zu sehr von Dingen bestimmen, die ich letztlich nicht in der Hand habe und die mich eng und klein machen. Und da stellt sich mir wieder die Frage: Was macht mich aus? Was macht mich wirklich reich? Und was brauche ich notwendig zum Leben? Haben nicht auch die Generationen vor mir überlebt und Freude gehabt mit wesentlich weniger Komfort? Was ist mein „Komfort“? Und ich darf einfach feststellen: Ich lebe in der Komfortzone Gottes. Das lässt mich alles Raffkehafte vergessen und macht mein Herz wieder leicht.