Impuls zum 24. Sonntag im Jahreskreis (C) 2022

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Datum:
Do. 8. Sep. 2022
Von:
ejo

Herr, gib Frieden denen, die auf dich hoffen, und erweise deine Propheten als zuverlässig. Erhöre das Gebet deiner Diener und deines Volkes. Sir 36,18.21-22

Freut Euch mit mir!

Was ist passiert?

Warum?

Sag, was lässt dich so strahlen?

Fragen über Fragen

Doch Freude ist Geschenk

Lebensgefühl

Einfach da

weil Freude Gemeinschaft braucht

Mitteilung

das Lächeln auf Deinem Gesicht

in das Gott seinen Namen

eingeschrieben hat

 

Gebet:

Gott, der du uns zur Freude berufen hast, schenke uns ein offenes Herz, dass sie einlässt, auch wenn uns zur Zeit so viele Sorgen plagen. Lass uns an dem, was schief läuft, nicht vorbeischauen. Aber schenke du uns den Blick, der über all das hinausschaut und deine Freude sucht.

 

Segen:

Gott segne deine Freude,

dass sie echt sei,

dir als innere Flamme

nicht abhanden kommt,

dich trage durch

sorgenvolle Tage,

aus dir strahle

und andere anstecke.

Gott sei deine Freude,

heute und alle Tage

bis du eingehst

in seine ewige Freude. 

 

(Predigt-)Impuls

Erinnern Sie sich noch an Ihren Kommunionunterricht: Ach ja, das verlorene Schaf, das schwarze Schaf, das bin ich, ich, der / die ich ein sündiger Mensch bin. Und irgendwie holt uns Gott wieder auf den rechten Pfad. Klare Aussage mit einem mehr oder weniger verkrampften Lächeln. Und dabei wird dann der Satz, der am Ende beider Gleichnisse steht, nur halb gehört. „Freut euch mit mir!“

Mir ist – vielleicht für viele ein ketzerischerer Gedanke – gekommen. Könnte es nicht sein, dass wir die Freude verloren haben, dass sie das Schaf / die Drachme ist? Negativnachrichten über Negativnachrichten – ohne die Schwierigkeiten zu leugnen. Aber wer von uns kann nach „Heute“ und „Tagesschau“ noch von Herzen lachen? Zumindest die ersten Minuten danach wird das schwer fallen. Brutal wird da der Finger in die Wunden gelegt, die so gar keine Chance hat zu heilen. Und was ist mit den freudigen Nachrichten, mit der Tatsache, dass Menschen anderen Tag für Tag helfen; ihr Lächeln schenken; sich den Kopf darüber zerbrechen, wie man aus den Krisen herauskommen kann; Friedensverhandlungen weitab der großen Öffentlichkeit führen; einem russischen fast Kinder-Soldaten in der Ukraine die Möglichkeit geben, mit seinen Eltern zu telefonieren? Ohne diese Nachrichten, ohne diesen Blick versinken wir entweder in ein lautes, hohles Abfeiern, weil die Welt ja sowieso nicht mehr zu retten ist oder in Depressionen. Und dabei hat Gott uns so viel geschenkt: ein kleiner Spaziergang durch die Eifel, ein Besuch im Stall, ein Anklopfen bei der Nachbarin sind lebendige Beweise dafür. Und ist dann nicht die eigentliche Sünde, dass wir mit unserem Blick die Freude aus dem Blick verloren haben? Wenn wir sie wiederfinden, dann dürfen wir in Gottes Namen sagen: Freut euch mit mir! Ich habe die Freude wiedergefunden und Gott wird uns in die Arme schließen und uns wird klar werden, dass sein Sohn einmal gesagt hat: Ich will, dass sie meine Freude in sich haben und  dass ihre Freude vollkommen ist. Und das hat er in seinen Abschiedsreden gesagt. Wenn das kein Grund zur Freude ist!