Impuls zum 7. Sonntag der Osterzeit - Lesejahr (C)

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Datum:
Di. 24. Mai 2022
Von:
ejo

Ich bitte dich, Vater, lass sie eins sein, wie wir eins sind. Halleluja. Joh 17,22

Impuls

Die Stille der Kirche umfängt mich,

der milde Schein der Kerzen erhält den Altar.

Und nun bin ich ganz bei dir;

ich brauche nichts zu sagen;

ich darf nur einfach da sein;

ich darf dich in mich aufnehmen in der heiligen Kommunion

und einfach nur da sein.

 

An das Ohr dringen Geräusche von außen.

Ich lausche hinaus und denke an die Menschen.

Und ich weiß, dass ich einer und eine von ihnen bin,

für eine Zeit hinausgenommen, um mit dir allein zu sein.

Und in dieser Einsamkeit bin ich vor dir und für die Menschen,

spüre neue Kraft in mir, um für sie da zu sein.

Und so bin ich vor dir und bin nur noch da, einfach da für sie.

 

Gebet

Liebender Gott, durch deinen Sohn Jesus Christus dürfen alle Menschen guten Willens in eine neue Beziehung zu dir treten. Lass uns dies in dieser Feier erfahren und so neu in die Welt gehen.

 

Segen

Gott segne deine Stille,

damit sie zum Segen werde für die anderen.

Gott segne deine Beziehung zu ihm,

damit sie andere in Beziehung zu ihm setze.

Gott segne dich,

damit er in deinem Herzen sei

und durch dich die Herzen der Menschen erreiche.

 

(Predigt-)Impuls

Sinngemäß las ich einen Spruch: „Die Kirche ist nicht dazu da, dass die Menschen zur Kirche finden, sondern dass die Menschen zu sich selbst finden.“ Das finde ich bemerkenswert, denn so sehr die offiziellen Mitgliedszahlen der Kirchen sinken, um so mehr boomen Yoga-Kurse und Selbstfindungsgruppen. Mich macht das sehr nachdenklich. Augenscheinlich suchen die Menschen etwas anderes als sie in den offiziellen und zumeist stark kollektiv ausgerichteten Feiern der Kirche finden. Oder nein, sie suchen nichts anderes, sondern andere Formen, das zu leben, um das Jesus im Evangelium bittet. Es geht nicht um eine uniformierte Einheit, sondern um das Eins-Sein. Wir als Gemeinde haben den Auftrag, Menschen Möglichkeiten für solche Eins-Sein-Erfahrungen zu bieten, nicht als marktschreierisches, trendiges Angebot, sondern als einen Lebensstil, den wir selber praktizieren. Dann geht es nicht um Kuschelecken, sondern um eine Innerlichkeit, die nach draußen strömt. Mir als Reiter / Reiterin drängt sich sehr schnell der Vergleich mit dem Reiten auf. Auch da geht es darum, eine Einheit mit dem Pferd zu werden und in dieser Einheit reiten wir hinaus. Dann kann es auch einmal kritische Augenblicke geben, aber durch diese Einheit werden wir beide, Pferd und ReiterIn immer wieder bemüht sein, wieder in den Tritt zu kommen. Von daher wünsche ich uns allen immer mehr Mut, Wege zu diesem Eins-Sein zu finden und sie um der Menschen willen zu gehen und in dieser intimen und zugleich ausstrahlenden Einheit mit Gott zu leben.