Impuls zum vierten Sonntag der österlichen Bußzeit (C) 2022 - Laetare

Pusteblumen bunt (c) pixabay
Pusteblumen bunt
Datum:
Mi. 23. März 2022
Von:
ejo

"Ich will den Herrn allezeit preisen: immer sei sein Lob in meinem Mund." Ps 34, 2

Impuls 

Ver-

es bleibt nichts wie es ist

Ver-

es ändert sich etwas

Ver-

es bewegt sich etwas

Ver-söhnung

damit nichts bleibt wie es ist

damit sich im anderen und mir etwas ändert

damit wir uns aufeinander zu bewegen

Ver-söhnung

du und ich und Gott

wir bewegen uns aufeinander zu

und die Welt verändert sich etwas

und ist nicht mehr die alte

 

Gebet

Lebendiger Gott, wie oft sprechen wir von Versöhnung und meinen öfters die alte Leier und hören halb weg, weil wir ja schon wissen wie und wo und wann und warum. Doch wenn du Versöhnung schenkst, dann ändert sich etwas, dann bewegt sich etwas, dann bleibt nichts beim Alten. Bewege du uns in der Versöhnung, weil du dich auf uns zu bewegst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder.

 

Segen

Gott segne uns

mit deinem Entgegenkommen

mit deiner Bewegung vom Himmel auf die Erde

mit deinem Emporziehen von uns Menschen.

Gott segne uns

dass wir den anderen entgegenkommen

dass wir deinen Himmel erden

dass wir uns von dir emporziehen

und den anderen groß werden lassen. AMEN.

 

(Predigt-)Impuls

Ich will nicht hoffen, dass Sie wie ich bald der Versuchung erlegen sind, beim Hören des heutigen Evangeliums wie folgt zu reagieren: „Barmherziger Vater – Versöhnung – kenne ich schon – Punkt. Zugegen, dieses in der katholischen Bußkatechese oft bis zur Erschöpfung ausgelutschte und „idiotensichere“ Evangelium wird für alles in diesem Bereich herangezogen bis hin zum mehr oder weniger pfiffig gestalteten Vergleich mit den Schritten hin zur Beichte. Bei mir hat sich beim Blick in den Duden etwas bewegt und zwar bei der genaueren Betrachtung der Vorsilbe ver-. Das „Ver-“ in unserer deutschen Sprache hat immer etwas mit Veränderung und Bewegung zu tun. Mit diesem Wissen um das Wort „Versöhnung“ ist mir dann noch einmal deutlich geworden, dass sich nicht nur der jüngere Sohn, der bei uns sehr schnell den Stempel des Sünders hat, bewegt, sondern auch der Vater. Der jüngere Sohn, er konnte in dieser von Erstgeborenenrecht und Erbfolge bestimmten Gesellschaft nichts anderes tun, als weggehen, um sich aus diesen Abhängigkeiten zu befreien. Von daher war dieses Weggehen zunächst einmal ein Befreiungsschlag. Vielleicht musste er sich auch von einem alten Gottesbild befreien. Und auch der Vater musste sich verändern, ja hat sich bewegen lassen, hat vielleicht sein Bild von sich selbst überdacht. Unerhört! Gott verändert sich. Gott denkt über sich selbst nach. Und das hat Tradition: Selbst Abraham verhandelte schon mit Gott und Gott bewegte sich auf Abraham zu. Vielleicht ziehen wir jetzt andere Schlüsse aus dem uns so vertrauten Evangelium und lassen uns noch einmal anders bewegen.