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Liebe Mitglieder unserer Pfarrgemeinden, liebe Besucherinnen und Besucher unserer Kirchen,
der Herbst schreitet voran. Nicht selten machen sich im November schon Vorboten des Winters bemerkbar. Die Blätter fallen, es wird kälter und dunkler. Immer wieder erzählen mir Menschen, dass sie mit Angst oder Unbehagen auf diese Monate schauen. Die Dunkelheit drückt aufs Gemüt. Viele gehen weniger nach draußen, dadurch fehlen auch spontane Begegnungen … Keine leichte Zeit.
Die Gedenk- und Feiertage im November tragen auch nicht dazu bei, die Stimmung zu heben. Wir sprechen vom „Totenmonat“. An Allerseelen denken wir an unsere Verstorbenen; am Totensonntag tun dies unsere evangelischen Mitchristen. Am Volkstrauertag gedenken wir der Opfer der Kriege.
„Je ungemütlicher es draußen wird, umso mehr muss man es sich drinnen schön machen!“ – nach dieser Devise handeln viele. Heim-Deko und Kuscheldecken haben Hochkonjunktur; Lichterketten erhellen das Dunkel, lange vor Weihnachten.
Es ist gut, wenn wir gucken, was uns Kraft und Lebensfreude gibt. Gut und wichtig ist auch, gerade in der dunklen Jahreszeit die Menschen aus unserem Umfeld im Blick zu haben, die unter Einsamkeit leiden. Ein Anruf oder Besuch, eine kleine Aufmerksamkeit – das kann schon viel helfen.
Die biblischen Texte, die wir an den Sonntagen des Novembers hören, sind erst mal keine „leichte Kost“. Da ist vom Ende der Welt die Rede, von der Vergänglichkeit des Lebens, verbunden mit der Frage: was zählt, angesichts der Begrenztheit des Lebens? Was ist wirklich wichtig vor Gott?
Das soll uns nicht „runterziehen“ oder traurig machen – im Gegenteil.
Gott kommt – das ist die tiefste Botschaft der November-Sonntage. Gott kommt – als Mensch in unsere Welt. Als Richter am Ende der Zeit, am Ende unseres Lebens.
Er kommt, um Gerechtigkeit herzustellen und alle Tränen zu trocknen. Er kommt, um zu heilen, zu befreien, zu erlösen.
Gott kommt – das heißt auch: Wir dürfen Ihn erwarten. Auf Sein Kommen hoffen und mich darauf vorbereiten, kann ich nur, wenn mir auch bewusstwird, wo Er mir fehlt. Wenn ich mir - „nüchtern und wachsam“, wie Paulus schreibt – eingestehe, was in mir erlösungsbedürftig und dunkel ist.
So verstanden, können uns diese dunklen Novembertage „erden“ – und zur Hoffnung führen auf Ihn, der als Licht in unsere Welt kommt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit und bleiben Sie behütet!
Alice Toporowsky, Pastoralreferentin