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„Kommt und ruht ein wenig aus“ Mk 6,31
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit dem Beginn der Ferien- und Urlaubszeit verändert sich für viele Menschen der Rhythmus des Alltags. Die Schulen schließen für einige Wochen ihre Türen, viele Familien verreisen, andere genießen bewusst die Ruhe zuhause.
Nach Monaten voller Verpflichtungen, Terminen und Anforderungen sehnen sich viele nach Erholung – nach Zeit zum Durchatmen, nach Momenten der Stille und neuer Kraft.
In diese Sehnsucht hinein spricht Jesus im Evangelium die Worte:„Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ (Mk 6,31) Diese Einladung Jesu gilt nicht nur den Jüngern damals, sondern auch uns heute. Die Jünger waren erschöpft von ihren Aufgaben, von Begegnungen und Gesprächen, von ihrem Dienst an den Menschen. Jesus sieht ihre Müdigkeit. Er fordert nicht noch mehr Leistung, nicht noch größeren Einsatz. Er schenkt ihnen zunächst etwas anderes: Ruhe; Gemeinschaft mit ihm; einen Ort des Aufatmens.
Gerade darin liegt eine wichtige Botschaft für unsere Zeit.
Oft bestimmen Hektik, Erreichbarkeit und ständiger Druck unseren Alltag. Selbst freie Tage werden schnell wieder mit Erwartungen gefüllt.
Doch Jesus erinnert uns daran, dass der Mensch nicht nur von Arbeit und Aktivität lebt. Unsere Seele braucht Zeiten der Stille, der Erholung und der inneren Sammlung. Wer niemals innehält, verliert leicht den Blick für das Wesentliche.
Der „einsame Ort“, von dem das Evangelium spricht, muss dabei nicht unbedingt weit entfernt liegen. Manchmal finden wir ihn in der Natur, beim Wandern oder am Meer. Manchmal ist es ein stiller Kirchenraum, ein Gebet am Morgen, ein gutes Gespräch oder ein Abend ohne Hast.
Vielleicht entdecken wir gerade in den einfachen Augenblicken neu, dass Gott uns begleitet – nicht nur in den großen Ereignissen, sondern mitten im gewöhnlichen Leben.
Die Urlaubszeit kann deshalb auch eine geistliche Zeit sein: eine Gelegenheit, wieder bewusster auf Gott zu hören.
Vielleicht finden wir Zeit für Dinge, die im Alltag oft zu kurz kommen: für das Lesen eines Bibelwortes, den Besuch eines Gottesdienstes am Urlaubsort, für Dankbarkeit und neue Aufmerksamkeit gegenüber den Menschen an unserer Seite.
Jesus lädt uns ein, bei ihm Ruhe zu finden. Diese Ruhe ist mehr als bloße Erholung. Sie schenkt Frieden für das Herz und neue Kraft für den Weg, der vor uns liegt. Wer sich von Gott getragen weiß, kann gestärkt in den Alltag zurückkehren.
So wünsche ich Ihnen und Ihren Familien in den kommenden Wochen eine erholsame Zeit mit guten Begegnungen, frohen Stunden und immer wieder Momenten echter Ruhe.
Möge Gottes Segen Sie begleiten – zuhause und unterwegs.
Sigrid Lorse, Gemeindereferentin