OrgelMarathon Eifel 2018

Eine außergewöhnliche Konzertreihe

© Matthias Gruenert-Portraet (c) © Matthias Gruenert-Portraet
© Matthias Gruenert-Portraet
Mittwoch, 8. August 2018 13:00 - Sonntag, 12. August 2018 16:00

OrgelMarathon Eifel 2018: Eine außergewöhnliche Konzertreihe – Eintritt frei

Wenn ein Mann an fünf aufeinander folgenden Tagen 32 verschiedene Orgeln bespielt – das sind bis zu 8 Konzerte am Tag – dann kann man mit Fug und Recht von einem Marathon sprechen. Und so heißt die Veranstaltungsreihe auch: „OrgelMarathon Eifel 2018“, der vom 08. bis 12. August 2018 in der Nordeifel und dem benachbarten Belgien stattfindet.

Der Organist ist kein geringerer als Matthias Grünert, Kantor der Dresdener Frauenkirche. Konzertreisen führten Grünert bereits in bedeutende Kulturzentren von Island bis Japan. Er musizierte vor Persönlichkeiten wie dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Obama und Papst Franziskus. Nun gastiert er in der Eifel und beschert der Region ein außergewöhnliches Konzert-Highlight, das sich Musikfans nicht entgehen lassen sollten.

Die Idee dahinter: Das besondere Musikprojekt verbindet Konfessionen miteinander und soll auf die vielfältige Orgellandschaft aufmerksam machen. In Kirchen und Klöstern der Region werden jeweils halbstündige Konzerte erklingen, dann reist der Organist zur nächsten Spielstätte weiter. Das Repertoire reicht von klassisch bis modern, kein Stück wiederholt sich während des Marathons. Und: alle Konzerte sind kostenlos für die Besucher. 

Den OrgelMarathon gibt es bereits seit über 10 Jahren. Die Idee hatte ein Freundeskreis im Eichsfeld. Er suchte einen professionellen Organisten, der eine solche außergewöhnliche Konzertreise von Kirche zu Kirche unternehmen kann. Die Idee umzusetzen war nahezu aussichtslos, da die allermeisten Organisten lange Vorbereitungszeiten an den unbekannten Orgeln benötigen. Grünert war der einzig geeignete. Und er blieb der außergewöhnlichen Reihe treu, obwohl er an die Dresdner Frauenkirche berufen wurde. Seit 2004 findet nun die „OrgelArena“ bzw. der „OrgelMarathon” jährlich in wechselnden Regionen statt und bringt damit höchste Kultur bis in die kleinste Dorfkirche. Nach der Lausitz 2012, Mittelfranken 2013, der Sächsischen Schweiz 2014 und 2016 die Altmark kommt nun die Eifel in den Genuss des OrgelMarathons.

Organisiert wird der OrgelMarathon vom Verein Kirchenklang e. V., der 2009 in Greiz gegründet worden ist. Die Mitglieder des Vereins kümmern sich um die Organisation, die Auswahl und die Vorbereitung der Orgeln.

Und so sieht der Spielplan aus:

Mittwoch, 8. August 2018 Aachen
13:00 Uhr Dom
14:00 Uhr Annakirche
15:30 Uhr St. Johann Baptist
16:15 Uhr St. Michael
17:45 Uhr St. Martinus (Richterich)
19:45 Uhr St. Donatus (Brand)

Donnerstag, 9. August 2018
10:00 Uhr Nideggen
11:30 Uhr Euskirchen - Großbüllesheim
14:00 Uhr Euskirchen - Kuchenheim
15:00 Uhr Euskirchen Herz-Jesu-Kirche
16:30 Uhr Euskirchen - Flamersheim
17:30 Uhr Euskirchen - Kirchheim
19:00 Uhr Mechernich - Kommern

Freitag, 10. August 2018
10:00 Uhr Monschau
11:30 Uhr Roetgen
14:00 Uhr Stolberg - Breinig
15:30 Uhr Kelmis
16:30 Uhr Lontzen
17:30 Uhr Walhorn
18:30 Uhr Eupen Friedenskirche
19:30 Uhr Raeren

Samstag, 11. August 2018
10:00 Uhr Hellenthal
11:00 Uhr Hellenthal, Fa. Weimbs Werkstattkonzert
14:30 Uhr Baasem
16:00 Uhr Hillesheim
17.30 Uhr Aremberg
19:00 Uhr Tondorf

 

Sonntag, 12. August 2018
10:00 Uhr Schleiden Schlosskirche
11:00 Uhr Schleiden - Herhahn
12:00 Uhr Schleiden – Gemünd, St. Nikolaus
14:30 Uhr Schleiden – Gemünd, evang. Kirche
16:00 Uhr Steinfeld

In seinem Abschlusskonzert in der Steinfelder Basilika wird Matthias Grünert Orgelwerke von Johann Sebastian Bach zu Gehört bringen. So erklingen unter anderem: Praeludium und Fuge Es-Dur, BWV 552, Choralpartita „O Gott, du frommer Gott“, BWV 767, Praeludium und Fuge c-Moll,m BWV 546.

 

Matthias Grünert wurde am 1973 in Nürnberg geboren. Erste prägende musikalische Eindrücke empfing der Sohn eines Kirchenmusikerehepaares als Sänger im Windsbacher Knabenchor. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik A, Gesang und Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik in Bayreuth und an der Hochschule für Musik in Lübeck. Weiterführende Impulse erhielt er bei Kursen von F. Tagliavini, J. Laukvik, M. Radulescu. Er ist Preisträger verschiedener Orgelwettbewerbe, so z.B. des Internationalen Wettbewerb für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker 2000.

Während des Studiums war er Assistent des Lübecker Domchores und Kirchenmusiker an St. Petri im Luftkurort Bosau, wo er die regional beliebte Konzertreihe Bosauer Sommerkonzerte organisierte.

In den Jahren 2000 – 2004 war er als Stadt- und Kreiskantors in thüringischen Greiz tätig und brachte dort an der Stadtkirche St. Marien 2003 u. a. das gesamte Orgelwerk Bachs zur Aufführung. 2004 wurde er als erster Kantor der Dresdner Frauenkirche berufen und trat dieses Amt im Januar 2005 an. Seitdem ist er künstlerisch verantwortlich für die gesamte Kirchenmusik im wieder erbauten Barockbau. Matthias Grünert gründete den Chor der Frauenkirche und den Kammerchor der Frauenkirche, die er beide zu einer festen Größe in der Kulturlandschaft Mitteldeutschlands etablieren konnte. Die stilistische Bandbreite der Chöre umfasst ein umfangreiches Repertoire, das nicht nur die bekannten Werke der Oratorienliteratur einschließt, sondern auch zahlreiche unbekanntere a-cappella-Kompositionen und selten zu hörende Chorsinfonik bereit hält. So engagiert sich Matthias Grünert in vielen Erstaufführungen auch für die Wiederentdeckung Dresdner Komponisten des Spätbarock und der Klassik, darunter Werke aus der Feder von Hiller, Naumann, Weinlig, Homilius und Franz Anton Schubert.

Der Schwerpunkt des großen Chores mit seinen 100 Sängerinnen und Sängern liegt auf dem 19. Jahrhundert und pflegt u.a. alle wichtigen Oratorien von Mendelssohn, Brahms, Dvorak und Elgar. Der Kammerchor widmet sich in seiner Arbeit besonders Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts, mit dem besonderen Fokus auf die Werke Johann Sebastian Bachs und hält alle Messvortonungen und Oratorien von Monteverdi, Bach, Haydn und Mozart im Repertoire. Das von ihm initiierte und aus Musikern der Sächsischen Staatskapelle und Dresdner Philharmonie bestehende ensemble frauenkirche ist ständiger musikalischer Partner bei vielen Aufführungen vor Ort und darüber hinaus auf Gastspielreisen besonders mit Werken des 18. Jahrhunderts präsent.

Als Dirigent arbeitet Matthias Grünert mit vielen namhaften Solisten und Orchestern regelmäßig zusammen, so mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim, dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus, dem Chemnitzer Barockorchester, dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera oder der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz. Gastspiele als Organist und Dirigent führten ihn bisher an zahlreiche Orgeln ebenso wie in viele Musikzentren, beispielsweise nach Japan, Island, Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Tschechien, Polen und in die Schweiz. Als Organist ist er gern gesehener Duopartner profilierter Musiker, wie beispielsweise dem Jazzschlagzeuger Günter Baby Sommer, der Barockflötistin Susanne Ehrhardt oder dem Solotrompeter Mathias Schmutzler. Eine umfassende Diskographie weist die musikalische Vielfalt Matthias Grünerts aus, darunter viel beachtete CD-Einspielungen u.a. bei Sony, Berlin Classics und Rondeau. Darüber hinaus dokumentieren zahlreiche Fernseh- und Rundfunk-Aufnahmen sein musikalisches Wirken.

Seit dem Wintersemester 2008/09 hat er einen Lehrauftrag für Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden inne. Zudem ist er Autor von Klavierauszügen und Continuoaussetzungen für den Musikverlag Breitkopf&Härtel.