So spricht der Herr: "Ich lass euch nicht als Waisen zurück. Ich kome wieder zu euch. Dann wird euer Herz sich freuen." Halleluja! Joh 14,18;16,22b
Impuls zum 7. Sonntag der Osterzeit
Ist das nicht herrlich!
Sonnenschein!
Glanz!
Reichtum!
Macht!
Oder doch nicht?
Inne-Werden -
Hingabe -
Verwiesen-Sein
Gottes Herrlichkeit
ist anders!
Gebet
Gott, du weißt, wie oft wir uns nach herrlichen Erlebnissen sehen. Und du weißt auch, was wir damit verbinden. Zeige uns eine andere, deine Herrlichkeit, die uns mit dir verbindet.
Segen
Gott segne dich,
wenn du in die Sonne schaust
und dabei seine Herrlichkeit entdeckst,
die sich verschenkt.
Gott segne dich,
wenn du in das Gesicht eines Menschen schaust
und dabei die Herrlichkeit entdeckst,
die Gott ausstrahlt.
Gott segne dich,
wenn du in dich selber hineinschaust
und dabei die Herrlichkeit entdeckst,
mit der er in dir leben möchte.
(Predigt-)Impuls:
Herrliche Prachtbauten von Fürsten und Königinnen, von Päpsten und Patriziern vergangener Tage, Kunstobjekte soweit das Auge reicht. Bewundert, vielleicht auch von dem einen oder der anderen begehrt. Und doch bei jedem etwas tiefer denkenden Menschen das flaue Gefühl: „Wie viele Menschen mussten für diesen Reichtum schuften?“ Aber schön ist es trotzdem!
Endlich mal auf dem großen Chefsessel meiner Firma sitzen, nur ein Fingerschnipp und die Sekretärin bringt mir den Kaffee, ein vielleicht damals von mir nur mäßig geachteter Kollege kriecht mir zu Kreuze. Herrlich!
Ein Seufzer: „Ach, ist das nicht herrlich!“ Der Atem geht tief in den Bauch. Das Ausatmen ist lange. Mit jeder Faser unseres Leibes möchten wir diesen Augenblick auskosten. Staunen macht sich breit. Ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit stellt sich ein. Das ist herrlich. So könnte es immer bleiben. Vielleicht ist das auch eine Ahnung von Ewigkeit.
Spüren Sie vielleicht mit eigenen Erlebnissen einmal diesen drei unterschiedlichen Formen von Herrlichkeit nach.
Wenn ich ganz ehrlich bin, dann kann ich den beiden zuerst genannten Beispielen auch etwas abgewinnen. Ich bin eben auch ein Mensch, der den Trieb nach Reichtum und Macht in sich verspürt, gerade dann, wenn ich mich als bedürftig erlebe, wenn ich selber mal wieder Kassensturz halte und merke, dass es mit meiner Altersvorsorge eng wird oder wenn mich doch wieder mal mein blöder Chef mit hirnrissigen Aufträgen beschäftigt und ich ihm nichts recht machen kann.
Aber ich spüre auch, dass das alles Momentaufnahmen sind, die nicht lange halten und bei denen sich nach und nach eine Leere einstellt.
Doch das Gefühl, das ich vielleicht im letzten Urlaub hatte oder bei sonst einer Gelegenheit, die einfach da war, wo ich nicht viel machen musste, dieses Gefühl bleibt. Und es bleibt diese Ahnung von Ewigkeit und einer anderen Herrlichkeit.
Für mich ist es berührend wie Jesus im Johannesevangelium gerade um diese Herrlichkeit für uns bittet. Er selber weiß, dass alle andere Herrlichkeit vergeht. Das hat er schon bei der Versuchungsgeschichte, die wir am ersten Fastensonntag gehört haben, selber erfahren. So schließt sich am letzten Sonntag der Osterzeit quasi der Kreislauf, indem Jesus für uns diese Herrlichkeit erbittet, die so ganz anders ist als die Herrlichkeiten dieser Welt. Es ist eine Herrlichkeit, die Not, Leid und Tod überwinden wird. Es ist die Herrlichkeit in einem Leben mit ihm, dem Lebendigen.