Am 03. Mai 2026 laden wir Sie ein, um 16.00 Uhr, zur Orgelvesper in der Basilika Steinfeld. Es spielt an der Balthasar König Orgel - Konzertorganist Markus Goecke aus Euskirchen
Markus Goecke errang durch seine CD minimal music for organ (audite 97.474) mit Kompositionen von Jan Welmers und die Gesamteinspielung der Hymnen von Jean Titelouze (marc aurel edition, LC 00572 Catalogue number MA 20033) internationale Anerkennung.
Er war 1989 Preisträger beim Concours Suisse de l'Orgue und pflegt eine rege internationale Konzerttätigkeit.
Seine Fachkenntnis bedingte Aufträge für wissenschaftliche Veröffentlichungen (Lexikon der Orgel, Hrsg. Dr. H. J. Busch, Laaber Verlag).
Er studierte Orgel bei Clemens Ganz, Andreas Rothkopf, Marie-Claire Alain und Hans-Dieter Möller, sowie Cembalo bei Huguette Dreyfus und Kenneth Gilbert.
Sein mitreißendes Spiel und seine außergewöhnlichen Programme geben immer wieder Anlass zu Einladungen zu internationalen Festivals und Konzertreihen: 1988, 1989, 1994 und 1996 Festival Suisse de l'Orgue, 1989 Concerti d'ottobre Firenze, 1993 und 1995 Internationale Orgelkonzerte Bonn-Beuel, 1999 Aachener Dom, 2001 Orgelpunkt Memmingen, 2002 Schwarzrheindorfer Orgelherbst, 2003 Orgelfestival Limburg, 2005 5. Deutschen Minimal Music Festival Kassel, 2006 Orgelsommer Neuwied, 2008 und 2014 Dom zu Fulda, 2013 Berliner Dom, 2014 Musikfestival Abtei Brauweiler classic nights, 2015 11. Kölner Musiknacht, 2020 Organ Late Night Düsseldorf Oberkassel, 2022 und 2025 Mariendom Neviges, 2023 Bamberger Dom, 2016, 2018, 2020, 2021, 2023, 2024 und 2025 Cathédrale de Luxembourg.
Rundfunkaufnahmen entstanden für France musique und Radio Suisse Romande. Radio Bremen, Kulturradio rbb,concertzender.nl, Radio Klassik Stephansdom, WDR 3 und France musique sendeten Aufnahmen mit Musik von Welmers und Titelouze.
Programm Basilika Kloster Steinfeld 3.5.2026
Dietrich Buxtehude (1637-1707)
Praeludium in C Pedaliter BuxWV 137
Arnolt Schlick (um 1455-um 1525)
Maria zart
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Valet will ich dir geben BWV 735
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Suite troisieme in d HWV 428
- Prelude. Presto.
- Allegro (Fugue)
- Allemande
- Courante
- Air & Double 1.-5.
- Presto.
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Concerto a 2 Clav: & Pedale. BWV 596
(in d, nach dem Concerto d-Moll op. 3 Nr. 11 für zwei Violinen, Violoncello, Streicher und Basso continuo von Antonio Vivaldi)
- (Allegro)
- Grave
- Fuga
- Largo e spiccato
- (Allegro)
Fuga sopra il Magnificat - Meine Seele erhebet den Herren - pro organo pleno con pedale BWV 733
Zu den Komponisten
Die Verdienste des Komponisten Dietrich Buxtehude für die Entwicklung des barocken Praeludiums sind nicht hoch genug einzuschätzen. Beeinflusst vom italienischen Toccatenstil wechseln sich freie, improvisatorische Teile und mensurierte, fugierte Abschnitte ab. Wegen der Nähe zum Steggreifspiel spricht man vom Stylus phantasticus. Am Ende des Stückes steht eine kurze, aber sehr schwungvolle Chaconne.
Arnold Schlick war einer der bedeutendsten Komponisten und Organisten seiner Zeit. Ihm verdanken wir mit dem Spiegel der Orgelmacher und Organisten (1511) eine der wichtigsten Quellen zum Orgelbau und Orgelspiel der frühen Rennaisance. In seiner Orgeltabulatur von 1512 Tabulaturen etlicher Lobgesang zeigt Schlick anhand einer Anzahl eigener Kompositionen seine musikalischen Fähigkeiten. Seine geschickte kontrapunktische Schreibweise ist in seiner Hymnus-Bearbeitung Maria zart klar erkennbar. Fast jede melodische Phrase der in 13 Abschnitte unterteilten Melodie wird kontrapunktisch bearbeitet, oft in versetzt imitierenden Stimmeneinsätzen, aber auch mit gleichzeitig einsetzenden kontrapunktierenden Stimmen. Das Stück ist ein sehr alter, aber höchst eleganter Beitrag zum gerade begonnenen Marienmonat.
Der Choral Valet will ich dir geben wird den meisten Zuhörenden nicht bekannt sein. Sollten ihnen aber die Melodien des katholischen Gesangbuches vertraut sein, werden sie gleich erkennen, dass heute auf diese Melodie der deutsche Text des Magnificats (Den Herren will ich loben), des Lobgesangs Mariens gesungen wird.
Die dritte Suite von Georg Friedrich Händel ist um 1725 entstanden und als Werk für Cembalo herausgegeben. Das ist in der Barockzeit aber keine zwingende Festschreibung. Von Händel ist bekannt, dass er sehr flexibel agierte, wenn statt eines Cembalos eine Orgel als Tasteninstrument zur Verfügung stand. Die Suite beschränkt sich auf den Tastaturumfang der Orgel und weist vielfältige Parallelen zu den damals in Frankreich sehr populären Orgelsuiten auf, wie z. B. den Beginn mit einem Präludium und einer Fuge. Die Air mit ihren 5 Variationen (Doubles) erinnert in vielerlei Hinsicht an die Choralpartiten von Pachelbel und Bach. Die Suite ist eines der herausragenden Werke unter den Tastenkompositionen der Barockzeit.
Johann Sebastian Bach setzte sich zeitlebens mit den Kompositionen großer Meister seiner und früherer Epochen auseinander. Er kopierte nicht nur wertvolle Werke anderer Komponisten. In der barocken Zeit „boomte“ das Übertragen von Orchesterwerken für Tasteninstrumente. Diese Begeisterung ging nicht an Bach vorbei. Er bearbeitete zahlreiche Orchesterkompositionen vorrangig aus der Feder namhafter italienischer Komponisten. Das Konzert in d-moll von Antonio Vivaldi ist eines der prächtigsten Beispiele dieser Gattung.
Das heutige Programm endet mit einem Meisterwerk von Bach, der Fuge über das Magnificat. Er schrieb es in seiner reifsten Schaffensperiode, in der u. a. die Kunst der Fuge und die Goldbergvariationen entstanden. Das Fugenthema wird von Anfang an mit einem beibehaltenen Kontrapunkt oder Gegenthema kombiniert. Die Komposition beginnt rein manualiter ohne die tiefen Klänge des Pedals. Um so gewaltiger ist dann die Wirkung, wenn diese am Ende des Stückes einsetzen und die Choralmelodie in vergrößerten langen Noten zitieren.